Ausrichtung im Yoga: Die vier Ebenen und der Weg zum Informed Flow
Willkommen! Du bist gerade auf dem Blog der Yogawege Academy gelandet – unserer Online-Yoga-Schule mit Sitz in Wien, wo wir glauben, dass nicht alle Wege nach Rom führen, sondern zum Glück auch nach innen. Ich bin Christine Stiessel, Leiterin dieses Instituts und, zugegeben, leicht besessen davon, wie wir die Tiefe des Yoga in unserer modernen Welt bewahren können.
Du scrollst durch deinen Feed, auf der Suche nach… ja, wonach eigentlich? Vielleicht nach einem Yoga, das dich wirklich berührt, das mehr bietet als hübsche Instagram-Posen vor Sonnenuntergängen. Vielleicht bist du hier, weil du spürst, dass da mehr sein muss als diese endlosen YouTube-Flows, die dich irgendwie unbefriedigt zurücklassen.
Ausrichtung, Anatomie – oder „Alignment“ – ist ein Wort, das wir in der Yoga-Welt ständig hören. Es ist ein gehaltvolles Thema. Aber es kann auch verwirrend sein, weil es sich auf so viele unterschiedliche Aspekte beziehen kann. Viele Diskussionen über Ausrichtung im Yoga konzentrieren sich nur auf die funktionelle Bewegung und Biomechanik. Versteh mich nicht falsch, das sind wesentliche Bestandteile. Aber was könnte geschehen, wenn wir beginnen, alle Dimensionen der Ausrichtung zu integrieren?
Der entscheidende Schritt zu einer tieferen Yoga-Erfahrung beginnt mit dem Verständnis, dass Yoga in seinem wahrsten Sinne schon immer mehr als der physische Körper gewesen ist. Es ist ein System, das den Menschen als integriertes Ganzes aus Körper, Atem, Geist und Seele betrachtet. Wie könnten wir dieses Wissen in unsere tägliche Praxis einfließen lassen?
In der Lehrmethodik, die ich in den letzten 20+ Jahren entwickelt habe (zwischen zahllosen Tassen Tee und einigen amüsanten Versuchen, meine Schüler davon zu überzeugen, dass Shavasana nicht einfach nur „professionelles Nickerchen“ bedeutet), betrachte ich vier Ebenen der Ausrichtung. Und dann? Was passiert, wenn wir alle vier Ebenen in unsere Praxis integrieren? Eine vollständige Transformation dessen, wie wir Yoga erleben.
1. Physische Ausrichtung
Dies ist die grundlegendste Ebene, auf der sich Ausrichtung im Asana auf die Form bezieht, die der Körper annimmt. Im Krieger 1 (Virabhadrasana I) zum Beispiel sind deine Arme über dem Kopf ausgerichtet, deine Beine stehen in einer bestimmten Position, und dein vorderes Knie beugt sich in Richtung eines 90-Grad-Winkels. Hier geht es um die Basics – wo dein Fuß steht, wohin deine Knie zeigen, wie deine Wirbelsäule ausgerichtet ist. Man könnte sagen, das ist die „Instagram-taugliche“ Ebene des Yoga – wichtig, aber nur der Anfang der Geschichte.
2. Biomechanische Ausrichtung
Hier wird es interessanter. Diese Ebene bezieht sich auf die Mechanik der Muskelaktivität im Asana. Wie nutzen wir Muskeln, um Knochen zu bewegen, Gelenke zu stabilisieren und mehr Freiheit zu schaffen? Im Krieger 1 kann das Festigen des hinteren Oberschenkels und das Heranziehen der Hüften zur Mittellinie dein Becken stabilisieren und deinen unteren Rücken schützen. Die Anatomie-Nerds unter uns (ich hebe schuldbewusst meine Hand) lieben diese Ebene, weil sie erklärt, warum manche Anweisungen Sinn machen und andere… nun ja, direkt ins orthopädische Wartezimmer führen können.
3. Energetische Ausrichtung
Jetzt betreten wir das Reich dessen, was viele moderne Fitness-Yogis gerne überspringen. Diese Ebene befasst sich damit, wie wir den physischen Körper so organisieren, dass Prana, die Lebenskraft, voller und freier fließen kann. Im Krieger 1 können wir die Kraft der Erdung in den Beinen spüren, während gleichzeitig Energie durch die Wirbelsäule nach oben fließt – eine Verbindung zwischen Himmel und Erde durch unseren Körper. (Und ja, das ist auch dann real, wenn du keine bunten Auren sehen kannst – keine Sorge!)
4. Einstellungsbezogene Ausrichtung
Die tiefste Ebene dreht sich darum, wie wir Geist und Herz, unsere Absichten in die Praxis integrieren. Sie beantwortet die Frage: „Wozu das alles?“ Im Krieger 1 können wir die Gelegenheit nutzen, Mut und Entschlossenheit zu kultivieren – Qualitäten, die wir auch brauchen, wenn wir zum fünften Mal versuchen, eine gesunde Routine zu etablieren oder uns trauen, endlich dieses schwierige Gespräch zu führen, das wir seit Wochen aufschieben.
Der Weg zum „Informed Flow“: Bewusste Integration aller Ausrichtungsebenen
Was geschieht also, wenn wir alle vier Ebenen in unsere Praxis integrieren? Dann entsteht, was ich „Informed Flow“ nenne – im Gegensatz zu den oft wahllos aneinandergereihten Bewegungssequenzen, die man in vielen Online-Videos findet.
„Informed Flow“ bedeutet, dass unsere fließende Praxis durch tiefes Verständnis und bewusstes Wissen aller vier Ausrichtungsebenen geleitet wird. Es ist ein Flow, der anatomisch intelligent, energetisch ausgewogen und philosophisch fundiert ist. Ein Flow, bei dem du nach 15 Minuten nicht das Gefühl hast, dass du nur deinen Körper bewegt hast, sondern dass sich etwas in deinem gesamten Sein verändert hat.
Im Zustand des „Informed Flow“ werden körperliche Bewegungen mühelos und präzise, dein Atem fließt natürlich und tief, deine Energie bewegt sich frei durch den Körper, und dein Geist findet jene Klarheit, die du vielleicht schon lange suchst. Es ist dieser magische Moment, in dem Technik und Freiheit keine Gegensätze mehr sind, sondern sich gegenseitig unterstützen.
Das nächste Mal, wenn du über Ausrichtung im Yoga liest oder mit einer Anweisung ringst, hoffe ich, dass dieser Rahmen hilft zu klären, worüber gesprochen wird, und einige Einsichten bietet, um deine Praxis zu bereichern. Und vielleicht findest du auch deinen eigenen Weg zum „Informed Flow“, jenseits technischer Perfektion, in der lebendigen Erfahrung des Yoga-Weges.
Eine Einladung zum Weiterforschen
Falls dich das Konzept des „Informed Flow“ neugierig gemacht hat (und du nicht nur hier gelandet bist, weil dein Finger versehentlich auf den Link geklickt hat, während du eigentlich nach Katzenvideos gesucht hast), möchte ich dir gerne einen kleinen Einblick in meine praktische Herangehensweise anbieten.
In unseren Yoga-Ausbildungen und Workshops bei der Yogawege Academy arbeiten wir mit einem strukturierten Ansatz, der alle vier Ebenen der Ausrichtung respektiert und integriert. Wir glauben, dass eine fundierte Praxis sowohl technisch präzise als auch frei und kreativ sein kann – genauso wie ein Jazzmusiker erst die Grundlagen beherrschen muss, bevor er wirklich frei improvisieren kann.
Ein Geschenk für deine Praxis
Falls es dich interessiert, habe ich eine kurze „Mini Informed Flow“-Sequenz zusammengestellt, die du in deinem eigenen Tempo erforschen kannst. Diese 15-minütige Praxis ist eine sanfte Einführung in diesen ausgewogenen Ansatz – ohne Verpflichtung, einfach als Inspiration für deinen eigenen Weg.
Wenn du neugierig bist:
• Schreibe mir gerne eine E-Mail an [christine.stiessel@yogawege.com] mit dem Wort „Flow“ in der Betreffzeile
• Oder sende mir eine Nachricht via WhatsApp
Zusätzlich, kannst du dich für mein kostenloses Webinar „Schließe Frieden mit deinem Körper“ anmelden. In diesem Webinar sprechen wir darüber, wie du deine Yoga-Praxis nutzen kannst, um eine tiefere Verbindung zu deinem Körper zu entwickeln – jenseits von Perfektion und Leistungsdruck.
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Egal, ob du diese zusätzlichen Materialien anfragst oder nicht – ich hoffe, dass dieser Artikel dir einige wertvolle Gedankenanstöße für deine eigene Yoga-Reise gegeben hat. Denn letztendlich ist Yoga ein sehr persönlicher Weg, auf dem jeder seinen eigenen, authentischen Ausdruck finden darf. Und wenn du auf diesem Weg auch noch lernst, nicht kopfüber von deiner Matte zu fallen – umso besser!